Für Eltern

Übersicht

Ist es sicher für mein Kind?

Chat, Clubs, Suchtpotenzial und Schutzmechanismen – was tatsächlich relevant ist und wo Eltern konkret ansetzen können.

Soziale Interaktionen im Detail

Brawl Stars ist kein reines Solo-Spiel – Spieler können Freundschaften schließen, „Clubs" (vergleichbar mit Gilden) gründen oder beitreten und dort chatten sowie Ressourcen austauschen. Chatten steht dabei zwar nicht im Vordergrund, dennoch besteht durch die Chatfunktion in Clubs grundsätzlich das Risiko einer Kontaktaufnahme durch fremde Spieler. Besonders nach verlorenen Runden kann es im Chat zu Frust, Beschimpfungen oder Cybermobbing kommen. Da Supercell das Alter der Spieler nicht verifiziert, ist auch nicht sichergestellt, dass sich Kinder tatsächlich nur mit Gleichaltrigen austauschen – ein erwachsener Nutzer kann sich problemlos in einem Club mit vielen Kindern bewegen.

Suchtgefährdung: Was die Forschung zeigt

Das Spieldesign ist bewusst auf schnelle, wiederkehrende Erfolgserlebnisse ausgelegt: kurze Runden von 2–3 Minuten, sofortige Belohnungen, Ranglisten und der ständige Anreiz, „noch eine Runde" zu spielen. In Kombination mit Lootbox-Mechaniken entsteht ein Belohnungssystem, das gezielt auf Wiederholung ausgelegt ist. Eine Schweizer Studie fand bei knapp 9 % der wöchentlich spielenden Jugendlichen Anzeichen problematischer Videospielnutzung, mit einem klaren statistischen Zusammenhang zur Lootbox-Nutzung. Wichtig für die Einordnung: Nicht jedes Kind ist gleich gefährdet – sozialer Druck durch mitspielende Freunde, hoher persönlicher Ehrgeiz und ein Mangel an alternativen Beschäftigungen erhöhen das Risiko exzessiven Spielens deutlich.

Weitere Risikofaktoren

  • Externe Inhalte: Die App zeigt direkt YouTube-Videoempfehlungen an und verlinkt dorthin – diese Einbindung lässt sich innerhalb der App nicht deaktivieren, nur über Geräteeinstellungen.
  • Keine Altersverifikation: Weder beim Download noch bei Käufen wird das tatsächliche Alter geprüft.

Schritt-für-Schritt: Sicherheitseinstellungen im Spiel

  1. Öffne Brawl Stars → Einstellungen (Zahnrad-Symbol oben rechts)
  2. „Freundschaftsanfragen" → auf „Von niemandem" oder „Nur von Freunden von Freunden" setzen
  3. „Online-Status anzeigen" → deaktivieren
  4. Club verlassen oder nur privaten Club mit Freunden nutzen

Schritt-für-Schritt: Kindersicherung am Gerät

iPhone/iPad (iOS)

  1. Einstellungen → Bildschirmzeit → Beschränkungen → Käufe im iTunes & App Store
  2. In-App-Käufe → „Nicht erlauben"
  3. Optional: App-Limits → Brawl Stars → tägliches Zeitlimit setzen

Android (Google Family Link)

  1. Family Link App installieren → Kind hinzufügen
  2. Google Play → Kaufgenehmigung erforderlich → „Für alle Käufe"
  3. Tageszeit-Limits und App-Timer konfigurieren

Was tun wenn etwas passiert?

  • Beleidigung im Chat: Spieler melden über die Report-Funktion im Spiel (langes Drücken auf die Nachricht).
  • Verdacht auf Cybergrooming: Sofort Club verlassen, Screenshots sichern, ggf. Polizei informieren (§ 176 StGB).
  • Ungewollte Käufe: Innerhalb von 48 Stunden Erstattung beantragen im Apple App Store oder Google Play → Kaufverlauf → Erstattung anfordern.

Eingebaute Schutzmechanismen

Supercell bietet Sicherheitseinstellungen an, mit denen sich Freundschaftsanfragen verwalten und der Online-Status verbergen lassen, sowie eine Report-Funktion für unangemessenes Verhalten. Supercell gibt an, spezifische Schutzmaßnahmen in den sozialen Funktionen implementiert zu haben, um vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Diese Mechanismen sind jedoch nachgelagert (Melden nach dem Vorfall) statt präventiv – sie ersetzen keine aktive Begleitung.

Unsere Empfehlungen

  • Freundschaftsanfragen und Online-Status in den Spieleinstellungen einschränken.
  • Feste, gemeinsam vereinbarte Spielzeiten statt reiner Verbote – das nimmt Druck aus der „noch eine Runde"-Dynamik.
  • Regelmäßig fragen, wer im Club mitspielt und wie der Umgangston dort ist.
  • Dem Kind aktiv zeigen, wo und wie man unangemessenes Verhalten meldet.
  • Geräteseitige Kindersicherung nutzen (In-App-Käufe sperren, YouTube-Zugriff einschränken, Bildschirmzeit begrenzen).
  • Auf Warnsignale achten: Unruhe oder Gereiztheit beim Beenden des Spiels, heimliches Spielen, Vernachlässigung anderer Aktivitäten.
  • Bei Grundschulkindern (<10 Jahre): gemeinsam spielen, nie alleine in Clubs.
  • Bei Teenagern (12–16 Jahre): regelmäßiges Gespräch auf Augenhöhe statt Kontrolle.
  • Mediennutzungsvertrag gemeinsam aufsetzen – mediennutzungsvertrag.de.
  • Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter einrichten lassen (verhindert Käufe über die Handyrechnung).

Letzte Aktualisierung: Juli 2026